Samstag, Oktober 13, 2012

Zweierlei Maß

Wofür steht die Europäische Union?

Steht die EU für Gleichheit?
Ja logisch! Obwohl hier Gleichheit nicht im Sinne von gleiches Recht zu verstehen ist, sondern Gleichmacherei im Sinne wirtschaftlicher Interessen. So etwa hirnrissige Verordnungen diktiert werden, wie zB. Marmelade müsse jetzt Konfitüre heissen. Oh Entschuldigung, es geht ja dabei nur um die Bezeichnung der für den Export bestimmten Produkte. Da muß ich dann leider sagen, ich scheix auf Produkte die quer durch die ganze Welt transportiert werden, bevor sie im Laden landen. Ich scheix auf Gurken, die sich auf 10cm nur 10mm krümmen dürfen, nur damit dieser Transport effizienter abläuft. Alles was ich zum Leben brauche kann auch regional erzeugt werden, bzw. wachsen. Ich steh auf Gurken, die so krumm wachsen wie die Natur es für nötig hält! Punkt.



Steht die EU für Recht?
Klar, wenn man die nötigen Mittel dafür hat. Ein wirkliches Rechtssystem hat es sowieso nie gegeben und schon gar nicht in der EU. Wäre das Rechtssystem wirklich gerecht, wäre es vollkommen unabhängig vom Kapital. Einer der arm ist, kann sich eben nicht leisten zu seinem Recht zu kommen auch wenn er 1000 mal im Recht ist. Er wird seine Mittel lieber dafür einsetzen, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen anstatt Recht zu kriegen aber dafür verhungern zu müssen. Recht hat der, der Kohle hat - Klingt komisch, ist aber so.

Steht die EU für Transparenz?
Natürlich! Und zwar kann es nicht transparent genug sein, wenn es um private Daten der Bürger geht. Nicht aber um Transparenz in der EU-Kommission selbst.
Patrick Preyer von den deutschen Piraten, selber Jurist, verklagte die EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof (was eigentlich ja schon ein Widerspruch in sich ist), weil sie die Herausgabe eines Rechtsgutachtens und von Schriftsätzen betreffend die EU-Richtlinie zur flächendeckenden Vorratsspeicherung aller unserer Verbindungsdaten verweigerte. Ganz im Sinne von Transparenz, veröffentlichte er auch seine Klageschrift, sowie auch die darauf erhaltene Antwort. Was für ein Unding aber auch, sowas muß natürlich verboten werden! Tja, Transparent müssen immer die Andernen sein, nicht aber die EU-Kommission selber.

Steht die EU für Frieden?
Ja klar, sonst würde sie ja wohl kaum für ihre jahrzehntelangen Friedensbemühungen mit dem Friedensdynamitpreis ausgezeichnet worden sein. Und diese EU hat es schließlich ermöglicht daß seit über einem halben Jahrhundert in Europa kein Krieg mehr war. Obwohl, war da nicht mal was zB. mit Jugoslawien? Ah ok, Jugoslawien gehörte ja nicht zu Europa, weil nur EU ist ja wirklich Europa. Alles was diesem Verein nicht angehört, darf ja nach Belieben im Namen von Freiheit, Demokratie und Kapital (letzteres im Besonderen) zurechtgebombt werden.


Oh mein Gott, bin ich etwa ein Europagegner?
Nein, ich bin nicht gegen Europa, ganz im Gegenteil. Ich bin für ein ZWANGLOSES Miteinander und nicht ein verordnetes Diktat. Ein Konstrukt wie die Vereinigten Staaten von Europa ganz nach Vorbild USA wird schon aus dem Grund nicht funktionieren, weil es hier viele verschiedene Sprachen gibt und nicht nur Englisch und das soll auch so bleiben. Was passiert, wenn viele verschiedene Zutaten zwangsweise zu einem Einheitsbrei vermengt werden, sieht man sehr anschaulich am €uro. Was dieser einzig und allein hervorgebracht hat ist eine neue Weltmeisterschaft. Nämlich die Exportweltmeisterschaft. Um dieser Willen nennt man dann den ja ach so freien Warenverkehr innerhalb der EU auch schon mal wieder Export.

Ich bin für ein Europa das von Wahrheit und Aufrichtigkeit anstatt von Lügen und Intransparenz und Meinungsmache gelenkt ist. Ich bin für ein Europa der Vielfalt, ein Europa der verschiedenen Kulturen. Ein Europa, wo total krumme Gurken wachsen dürfen. Und ein Europa wo Konfitüre und Marmelade friedlich nebeneinander existieren.
So ein Europa wäre zu mindest für mich liebens- und lebenswert!

Kommentare:

  1. Wichtig wäre, dass wir kleinen Leute uns zu Europäern entwickeln, damit die, die nur die Ökonomie und unsere Verwertung im Sinne habe, endlich mal ein Gegengewicht spüren. Aber ich glaube, dass ich das nicht erleben werden. Wir lassen uns schön separieren, damit wir besser beherrscht werden können. Übrigens, es liegen Welten zwischen Marmelade und Konfitüre. Beide Produkte sind unterschiedlich, aber das wissen die Bestimmer heutzutage nicht mehr.

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    1. Sehe ich genauso. Leider sind die, die es wirklich interessiert (noch) eine Minderheit. Durch die Automatisirung machen heute Maschinen das mehrere Tausendfache eines Arbeiters vor 100 Jahren. Nun soll mir mal ein sogenannter "Ökonom" erklären, wieso es dann noch immer (und wieder immer mehr) Menschen gibt, die trotzdem fast nicht über die Runden kommen? Und wie in aller Welt schaften es dann die Menschen vor 100 Jahren? Konnten die sich damals ihre Lebensmittel einfach herbeizaubern? Nein, konnten sie nicht! Nur profitiert heute NUR das Kapital von diesen 1000fach effizienteren Fabriken. Dann reden diese oberschlauen Experten ständig von Arbeitsplätze schaffen. Tja, nun erklär das mal den "kleinen Leuten". Sie glauben weiterhin den Experten. Die haben mit ihrer Meinungsmache auch ganze Arbeit geleistet, das muß man zugeben.

      Was die Marmelade betrifft, gehör ich leider auch zu denen, die da nicht so gut über die Unterschiede Bescheid wissen. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, daß das Wort "Marmelade" zu mindest in Österreich zur Sprachkultur gehört. Kultur ist mE immer der momentane Stand eines ständigen Wachstumsprozesses. Den kann man nicht einfach durch Gesetze oder Verordnungen wegreden.

      Genauso sah ich das damals mit der Rechtschreibreform, die Rechtschreibung und Sprache ist genauso einer natürlichen Entwicklung unterzogen. Neue Wörter kommen hinzu, nicht mehr oft verwendete verschwinden automatisch. Plötzlich denken ein paar "Experten", man müsse jetzt alles anders machen und umkrempeln. ARGHH...

      Danke für deinen Kommentar PeWI, es freut mich das es noch Menschen gibt die sich Gedanken machen.

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